Springe zum Inhalt

Wie TinkerDroid entstand

Die App TinkerDroid ist eigentlich aus der Not geboren. Als wir 2004 unser Haus bauten, verzichteten wir zunächst im Kellergeschoss auf Rollläden. 10 Jahre später haben wir dann allerdings welche nachgerüstet. Da wir in den Kellerräumen, die an der Westseite komplett überirdisch liegen, Sichtmauerwerk haben, ist die Elektroinstallation dort auf Putz verlegt, zumindest von den Verteilerdosen zu Schaltern und Steckdosen. Um mir eine weitere Verkabelung zu ersparen, beschloss ich, Funkaktoren in den vorhandenen Verteilern zu verbauen.

edit-01397
Das Tinkerforge-Kit "Internet der Dinge"

Damals war mir auch schon die Tinkerforge-Hardware bekannt und so fiel die Wahl auf das Starterkit "Internet der Dinge" plus einer Ethernet-Extension. Damit lassen sich konventionelle Funk-Aktoren, wie sie beispielsweise von Elro und Intertechno vertrieben werden, ansteuern. Sie sind preislich sehr attraktiv, werden aber meist nur mit "old-school" Handfernbedienungen betrieben. Ich wollte aber gleich eine zeitgemäße Möglichkeit, die Aktoren auch über Smartphones zu bedienen, und so kam das Tinkerforge-Kit mit Netzwerkanschluss gerade recht.

Eine Stärke von Tinkerforge ist die Vielfalt an API-Bindings für verschiedene Programmiersprachen. Mit Hilfe der Java API lassen sich Tinkerforge-Projekte für einen versierten Entwickler auch schnell in Android Apps integrieren. Also noch einmal die Fakten: Günstige Funk-Aktoren, keine zusätzliche Verkabelung, einfache Möglichkeit einer Android-Integration. Die Zeichen standen gut!

Eine erste App mit hardcodierten Schaltflächen für die drei Rollläden stand dann auch schon am Tag der Montage zum Test bereit, und dieses Provisorium hielt auch eine ganze Weile. Erst als immer mehr Funkaktoren für Beleuchtung und andere Geräte hinzukamen, wurde die App irgendwann zu unübersichtlich und wartungsintensiv, und ich beschloss, einen generischen Ansatz umzusetzen, der das Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen weiterer Tinkerforge-Module und Aktoren über die App selbst erlaubte.

Die nächste Entwicklungsstufe ließ dann nicht ganz so lange auf sich warten. Sie kam, als ich auch das Garagentor über die App steuern wollte. Hierfür waren mir die Funkaktoren zu unsicher, da sie, außer über ein paar Millionen möglicher Codes, nicht über einen kryptologischen Schutz verfügen. Zum Glück hatte ich hier vom Garagenantrieb vorsorglich schon ein Signalkabel in den Hauptverteiler gezogen, das ich so leicht mit zwei Relais bestücken konnte - zwei, damit sich "AUF" und "AB" gezielt schalten lassen, nicht wie beim Tastbetrieb direkt am Tor. Auch softwaremäßig war das Dual-Relais-Bricklet von Tinkerforge schnell eingebunden. Nun ist mein Garagentor zumindest so sicher wie mein WLAN.

Zuletzt brauchte ich dann noch eine Möglichkeit, die fertige Konfiguration auf weitere Handys zu verteilen - ich wollte sie nicht an jedem Gerät nochmal neu anlegen. Die Lösung war eine Export- / Import-Funktion. Wenn eine fertige Export-Datei (JSON) auf ein anderes Gerät übertragen wird, lässt sie sich leicht wieder importieren. Damit lässt sich nun arbeiten 😉